Presseerklärung/Stellungnahme vom 26.11.2019

Stellungnahme zum Brandanschlag in Göttingen:
Bunt statt braun lehnt Gewalt als Protestform ab
Anlässlich des mutmaßlich linksextremistisch motivierten Brandanschlags auf die Göttinger Ausländerbehörde, möchten wir uns klar von dieser Art des Protests distanzieren. Wir lehnen jegliche Form von Gewalt gegen Sachen und erst recht gegen Menschen ab. Zusätzlich wurde, unserer Meinung nach, mit der Androhung von Konsequenzen für die Mitarbeiter/-innen, sollten diese ihre Arbeit nicht niederlegen, eine harte Grenze überschritten.
Auch wir halten das zum Teil unmenschliche und harte Vorgehen der Polizei bei Abschiebemaßnahmen für unnötig und sehen die Vorgehensweisen der Ausländerämter gelegentlich kritisch. Außerdem sind wir sehr enttäuscht vom Verhalten vieler Staaten der europäischen Gemeinschaft, insbesondere bezügliche der Aufnahme von Menschen, die über das Mittelmeer fliehen. Dennoch darf Gewalt, in welcher Form auch immer, kein Mittel im Kampf für eine bessere Asyl- und Ausländerpolitik sein.
Unsere Bemühungen für ein vernünftiges Zusammenleben von Geflüchteten und der einheimischen Bevölkerung werden immer friedlich und sachorientiert bleiben. Dazu möchten wir auch alle anderen auffordern, die sich für eine humanere Ausländer- und Asylpolitik einsetzen.
Für den Koordinierungskreis des Aktionsbündnisses gegen Rechtsextremismus  Bunt statt braun im Werra-Meißner-Kreis
Mit freundlichen Grüßen, Michael Krämer, Simon Wiese

Pressemitteilung/Stellungnahme

Jeder, der Rechtsextremismus verharmlost, ist mitverantwortlich!
Der Anschlag eines Rechtsextremisten auf die Synagoge und die Ermordung zweier Menschen in Halle sind eine erneute Mahnung, konsequent aufzustehen gegen rechte Hetze, Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Ausgrenzung. Hetzreden gegen Jüdinnen und Juden, Flüchtlinge, anders Denkende, anders Aussehende und ausländische Mitbürger*innen, wie sie von AfD-Politiker*innen wie z. B. Höcke, Kalbitz, Gauland, Weidel und von Storch öffentlich und sogar in den Parlamenten gehalten werden, schüren Hass und Gewalt in unserer demokratischen Gesellschaft. In den „sozialen“ Netzwerken werden ungestraft Gewaltfantasien und Drohungen gegen Antifaschist*innen geäußert, in Talkshows können offen faschistische und menschenunwürdige Meinungen vertreten werden. Wir verurteilen diese undemokratischen Entwicklungen aufs Schärfste und rufen zur Solidarität mit allen Betroffenen auf: „Schauen Sie hin und widersprechen Sie, wo immer antisemitische oder rassistische Vorurteile geäußert und Hass geschürt werden! Brutaler Terror beginnt mit Worten; seien wir uns bewusst, dass antisemitische und rassistische Reden der Nährboden für Gewalttätigkeiten sein kann. Für ein friedliches Zusammenleben ist Jede und Jeder mitverantwortlich!“

Bunt statt braun Werra-Meißner Waltraud Eisenträger-Tomcuk u.v.a.